Private Rentenversicherung Versicherungslexikon

Was ist die Private Rentenversicherung?
Kapitalversicherung, die bedingungsgemäß nur den Erlebensfall der versicherten Person versichert. Die Vertragsgestaltung einer Rentenversicherung ähnelt bis auf den fehlenden Todesfallschutz stark der Kapitallebensversicherung (KLV). So entspricht die „garantierte Rente“ der Versicherungssumme in der KLV und die „Gewinnrente“ der Ablaufleistung. Die Anlagegrundsätze sind dieselben wie bei Lebensversicherungen.

Ablaufleistung der privaten Rentenversicherung

Unter der Ablaufleistung der privaten Rentenversicherung versteht man den Betrag, der am Ende der Laufzeit dem Versicherten zur Verfügung steht. Diese Ablaufleistung setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Dies ist zum einen die garantierte Ablaufleistung, die von der Versicherung bereits bei Vertragsabschluss garantiert wird. Weiterhin haben Versicherte Anspruch auf einen Teil der von der Versicherung erwirtschafteten Rendite, den Überschüssen. Die Höhe dieser Überschüsse wird grundsätzlich nicht garantiert, sie richtet sich zum einen nach der Börsenlage und zum anderen nach dem allgemeinen Zinsniveau.

Altersgrenze

Um Altersrente zu beziehen, ist neben der Erfüllung einer bestimmten Wartezeit auch das Erreichen der Altersgrenze notwendig. Die aktuelle Altersgrenze für die Regelrente liegt derzeit bei 65 Jahren. Mit dem Rentenversicherungs-Anpassungsgesetz, welches im April 2007 beschlossen wurde, wird die Altersgrenze für die Regelaltersrente stufenweise von 65 auf 67 Jahren angehoben. Für langjährig Versicherte beträgt die Altersgrenze hingegen 63 Jahre, doch auch sie wird stufenweise auf 65 Jahre angehoben. Ein vorzeitiger Rentenbeginn ist trotz dessen noch möglich, dann allerdings mit Abschlägen.

Beitragsrückgewähr

Die Beitragsrückgewähr stellt eine Todesfallleistung der privaten Rentenversicherung dar. Wenn der Versicherungsnehmer vor Rentenbeginn („Aufschubzeit“) sterben sollte, werden bei einigen Tarifarten der privaten Rentenversicherung die bereits geleisteten Beiträge den Erben zurückerstattet. Die Beitragsrückgewähr ist nicht selbstverständlich, da die private Rentenversicherung eigentlich eine Risikoversicherung auf das Erreichen des Rentenalters ist und somit nicht wie eine Kapitallebensversicherung angesehen werden kann.

Die Rückgewähr der bereits geleisteten Beiträge hängt von der Art der abgeschlossenen Rentenversicherung ab. Hierbei unterscheidet man folgende Formen:

Die Beitragsrückgewähr bei der aufgeschobenen fondsgebundenen Rentenversicherung sieht vor, dass die eingezahlten Beiträge im Todesfall des Versicherten vor Rentenbeginn an die Erben ohne Beitragsteile für Zusatzversicherungen zurückerstattet werden.

Bei aufgeschobenen Rentenversicherungen werden die bereits geleisteten Beiträge ohne Beitragsteile für Zusatzversicherungen und darüber hinaus das bis dahin entstandene Überschussguthaben an die Erben zurückgezahlt, wenn die versicherte Person vor Erreichen des Rentenbeginns ableben sollte.

Im Fall der sofort beginnenden Rente wird in der Regel das eingezahlte Kapital als Einmalbetrag an die Hinterbliebenen des Versicherungsnehmers erstattet; bereits geleistete garantierte Renten werden abgezogen.

Wenn der Versicherte, der eine private Rente mit laufender Rentenzahlung vereinbart hatte, während der Rentengarantiezeit stirbt, wird in der Regel die Basisrente zuzüglich Überschussanteile ausgezahlt.

Dynamik

Die Dynamik bezeichnet die regelmäßige jährliche Erhöhung der Beiträge, aber auch der Leistungen aus der privaten Rentenversicherung. Sie wird in der Regel bei jedem Abschluss einer Versicherung in den Vertrag integriert, um die Inflation auszugleichen. Je nach Wunsch des Versicherten kann die Dynamik auf drei oder fünf Prozent vereinbart werden. Auch wenn die Dynamik vereinbart wurde, kann der Versicherte der Erhöhung widersprechen, und zwar in zwei aufeinander folgenden Jahren. Erst ein Widerspruch im dritten Jahr schließt die Dynamik grundsätzlich aus.

Entgeltumwandlung

Die Entgeltumwandlung bezeichnet eine Umwandlung von Arbeitslohn, um hiermit die private Altersvorsorge zu sichern. Seit einigen Jahren haben Arbeitnehmer grundsätzlich einen Anspruch auf Entgeltumwandlung, so dass jeder in den Genuss dieser Vorteile kommen kann. Durch die Entgeltumwandlung wird Bruttoeinkommen direkt in eine Private Rentenversicherung oder eine Pensionskasse gezahlt. Arbeitnehmer müssen hierfür keine Sozialabgaben leisten, wodurch der effektive Beitrag und die Rente im Alter höher werden. Die häufigste Form der Entgeltumwandlung ist die Direktversicherung, bei der der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer, der Arbeitnehmer hingegen als versicherte Person auftritt.

Fondsgebundene Rentenversicherung

Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung werden die Beiträge des Versicherungsnehmers direkt in einen Fonds investiert, und nicht, wie bei der klassischen Versicherung, zu sehr geringen Zinsen angelegt. Der Vorteil der fondsgebundenen private Renten-Versicherung ist in erster Linie die Aussicht auf höhere Erträge, die pro Jahr bis zu neun Prozent betragen können. Zwar bieten Investmentfondsanlagen grundsätzlich auch das Risiko von Kursverlusten, durch eine Anlagedauer von mehreren Jahrzehnten kann dieses Risiko aber nahezu ausgeschlossen werden. Somit lohnt sich eine fondsgebundene Private Rentenversicherung vor allem für junge Menschen.

Generationenvertrag

Der Generationenvertrag bezeichnet keinen Vertrag an sich, sondern eher einen gesellschaftlichen Konsens. Hierbei finanzieren die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten die Bezahlung der Renten, indem sie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten. Die heutigen Beitragszahler haben gleichzeitig Anspruch auf eine Altersrente, die dann wiederum die heutige Kindergeneration finanziert. Durch den demografischen Wandel in Deutschland, bei dem immer weniger Kinder geboren werden, gerät der Generationenvertrag jedoch immer weiter ins Wanken, wodurch die Rentenzahlungen für die junge Generation nicht mehr 100% gesichert sind. Die private Vorsorge in Form einer privaten Rentenversicherung wird daher immer wichtiger.

Rentengarantiezeit

Im Rahmen einer privaten Rentenversicherung ist oftmals von der Vereinbarung einer Rentengarantiezeit die Rede. Damit garantiert die Versicherung, die Rente für einen festgelegten Zeitraum zu zahlen, selbst wenn der Versicherungsnehmer noch vor Ablauf dieser Zeit versterben sollte. In diesem Fall wird die Rente an die Erben ausbezahlt.

Abhängig vom Versicherungsunternehmen kann dieser Zeitraum zwischen fünf und 25 Jahre betragen. Allerdings dauert die Rentengarantiezeit nicht lebenslang, sondern nur bis zum Ablauf der vereinbarten Frist. Der Versicherungsnehmer hat die Möglichkeit auf die Rentengarantiezeit zu verzichten. Dies wird üblicherweise gemacht, wenn der Versicherte entweder nichts vererben möchte oder überhaupt keine Erben hat. Fällt eine Rentengarantiezeit weg, wird eine höhere Rente durch das Versicherungsunternehmen ausgezahlt.

Rentenniveau

Unter dem Rentenniveau versteht man das Verhältnis der Nettorente zum Nettodurchschnittseinkommen der Bevölkerung. Um die Nettorente ermitteln zu können, wird ein Standardrentner mit 45 Versicherungsjahren und einem durchschnittlichen Einkommen zugrunde gelegt. Noch im Jahr 2004 lag das Rentenniveau bei 70% des Nettolohns. Durch die Rentenreform wird dieses Niveau jedoch stufenweise abgesenkt, so dass das Rentenniveau im Jahr 2030 nur noch etwa 67% des letzten Nettolohns beträgt. Experten erwarten sogar eine weitere Absenkung auf 64% bis ins Jahr 2050. Die hierbei entstandene Differenz wird als Rentenlücke bezeichnet, die durch eine private Rentenversicherung abgedeckt werden kann.

Unter der Ablaufleistung der privaten Rentenversicherung versteht man den Betrag, der am Ende der Laufzeit dem Versicherten zur Verfügung steht. Diese Ablaufleistung setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Dies ist zum einen die garantierte Ablaufleistung, die von der Versicherung bereits bei Vertragsabschluss garantiert wird. Weiterhin haben Versicherte Anspruch auf einen Teil der von der Versicherung erwirtschafteten Rendite, den Überschüssen. Die Höhe dieser Überschüsse wird grundsätzlich nicht garantiert, sie richtet sich zum einen nach der Börsenlage und zum anderen nach dem allgemeinen Zinsniveau.

Riester-Rente

Seit dem Jahr 2002 fördert die Bundesrepublik Deutschland durch die Riester-Förderung den Aufbau einer privaten Altersvorsorge. Anspruch auf die Förderung haben v.a. Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung, da sich ihr Rentenniveau in den kommenden Jahren weiter verringern wird. Die Förderung dieser Privaten Rentenversicherung beträgt derzeit 154 Euro Grundzulage. Für jedes noch im Haushalt lebende Kind, für das Kindergeld bezogen wird, werden zusätzlich 185 Euro Kinderzulage gewährt. Für ab dem Jahr 2008 geborene Kinder erhöht sich eine Kinderzulage auf 300 Euro pro Jahr. Um die Förderung der Privaten Riester-Rentenversicherung zu erhalten, muss ein entsprechend zertifizierter Vertrag abgeschlossen werden. Darüberhinaus müssen mindestens vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens pro Jahr eingezahlt werden, um die vollen Zulagen zu erhalten. Der maximale Beitrag inkl. Zulagen beträgt 2.100 Euro.

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